Unwetter können den Geschäftsbetrieb innerhalb kurzer Zeit erheblich beeinträchtigen. Starkregen, Sturm, Gewitter, Schneefall oder Hochwasser können dazu führen, dass Mitarbeiter den Arbeitsplatz nicht erreichen, Gebäude nicht zugänglich sind oder Strom- und Internetverbindungen ausfallen.
Für Unternehmen bedeutet eine gute Unwettervorbereitung deshalb mehr als nur die Wettervorhersage zu beobachten. Sie trägt dazu bei, die Kontinuität wichtiger Geschäftsprozesse auch bei außergewöhnlichen Wetterereignissen sicherzustellen.
Ein durchdachter Business Continuity Plan hilft dabei, wichtige Geschäftsprozesse auch bei außergewöhnlichen Wetterereignissen möglichst aufrechtzuerhalten oder nach einer Unterbrechung schnell wieder aufzunehmen.
Warum Unwettervorbereitung für Unternehmen wichtig ist
Welche Wetterrisiken relevant sind, hängt vom Standort und der jeweiligen Infrastruktur eines Unternehmens ab. Grundsätzlich können jedoch unterschiedliche Wetterereignisse Auswirkungen auf den Betrieb haben.
Dazu gehören beispielsweise:
- Sturm und starke Windböen
- Gewitter und Blitzschlag
- Starkregen
- Hochwasser und lokale Überflutungen
- starker Schneefall
- Eis und Glätte
- extreme Hitze
Die unmittelbare Gefahr für Gebäude oder Mitarbeiter ist dabei nur ein Teil des Problems.
Auch wenn der Unternehmensstandort selbst nicht beschädigt wird, können Stromausfälle, ausgefallene Internetverbindungen, Verkehrsprobleme oder Störungen bei Lieferanten den Betrieb beeinträchtigen.
Welche Folgen können Unwetter für Unternehmen haben?
Die Auswirkungen hängen stark von Branche, Standort und IT-Abhängigkeit ab.
Betriebsunterbrechungen
Können Mitarbeiter das Büro nicht erreichen oder fällt die technische Infrastruktur aus, können wichtige Geschäftsprozesse zum Stillstand kommen.
Besonders problematisch wird dies, wenn ein Unternehmen keine alternativen Arbeitsmöglichkeiten vorbereitet hat.
Strom- und Internetausfälle
Stürme und andere Wetterereignisse können lokale Strom- oder Kommunikationsnetze beeinträchtigen.
Dadurch können unter anderem:
- Server
- Netzwerkkomponenten
- Firewalls
- Telefonanlagen
- Arbeitsplatz-PCs
- WLAN-Systeme
vorübergehend nicht verfügbar sein.
Unternehmen sollten deshalb nicht nur überlegen, wie sie bei einem Stromausfall reagieren, sondern auch, was passiert, wenn gleichzeitig die Internetverbindung betroffen ist.
Schäden an IT-Systemen
Stromunterbrechungen, Überspannungen oder eindringendes Wasser können empfindliche IT-Hardware beschädigen.
Serverräume und andere Bereiche mit wichtiger Technik sollten deshalb bei der Risikoplanung besonders berücksichtigt werden.
Probleme bei Lieferanten und Dienstleistern
Ein Unternehmen kann selbst vollständig funktionsfähig sein und trotzdem von einem Unwetter betroffen sein.
Fallen beispielsweise Lieferanten, Rechenzentren, Telekommunikationsanbieter oder andere wichtige Dienstleister aus, können dadurch ebenfalls Geschäftsprozesse unterbrochen werden.
Diese externen Abhängigkeiten sollten deshalb Bestandteil der Notfallplanung sein.
Unwettervorbereitung für Mitarbeiter
Die Sicherheit der Mitarbeiter hat bei extremen Wetterbedingungen höchste Priorität.
Unternehmen sollten deshalb bereits vor einem Ereignis festlegen, wann Mitarbeiter im Büro erwartet werden und wann alternative Arbeitsmöglichkeiten genutzt werden können.
Homeoffice als Ausweichmöglichkeit vorbereiten
Für viele Büroarbeitsplätze kann Homeoffice eine Möglichkeit sein, den Betrieb bei schwierigen Wetterbedingungen zumindest teilweise aufrechtzuerhalten.
Damit das im Ernstfall funktioniert, sollte die technische Infrastruktur jedoch bereits vorher vorbereitet und getestet werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- geeignete Notebooks und Endgeräte
- sichere Remote-Zugänge
- VPN-Verbindungen, sofern erforderlich
- Zugriff auf Cloud-Dienste
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- funktionierende Telefonie
- sichere Kommunikationslösungen
Es ist keine gute Idee, Remote-Zugänge erst dann einzurichten, wenn ein Unwetter bereits begonnen hat.
Unternehmen sollten deshalb regelmäßig überprüfen, ob Mitarbeiter tatsächlich von außerhalb des Unternehmens auf die benötigten Anwendungen und Daten zugreifen können.
Klare Verantwortlichkeiten festlegen
Im Ernstfall sollte eindeutig geregelt sein, wer Entscheidungen trifft.
Beispielsweise:
Wer entscheidet, ob der Unternehmensstandort geschlossen bleibt?
Wer informiert die Mitarbeiter?
Wer kontrolliert die IT-Systeme?
Wer kommuniziert mit Kunden?
Wer kontaktiert externe IT-Dienstleister oder andere wichtige Partner?
Klare Verantwortlichkeiten verhindern widersprüchliche Informationen und unnötige Verzögerungen.
Notfallkontakte aktuell halten
Eine aktuelle Kontaktliste ist ein einfacher, aber wichtiger Bestandteil der Unwettervorbereitung.
Neben Telefonnummern und E-Mail-Adressen sollten Unternehmen auch alternative Kommunikationswege berücksichtigen.
Wenn beispielsweise die interne IT-Infrastruktur nicht erreichbar ist, muss trotzdem eine Möglichkeit bestehen, Mitarbeiter über die aktuelle Situation zu informieren.
Wichtige Kontaktdaten sollten deshalb nicht ausschließlich auf einem Server gespeichert sein, auf den während eines Ausfalls möglicherweise niemand zugreifen kann.
Kunden rechtzeitig informieren
Unwetter können nicht nur interne Abläufe beeinträchtigen. Auch Kunden müssen gegebenenfalls über Einschränkungen informiert werden.
Eine frühzeitige und klare Kommunikation kann Missverständnisse vermeiden.
Je nach Unternehmen können dafür verschiedene Kanäle genutzt werden:
- Unternehmenswebsite
- Telefon
- Kundenportal
- Social Media
- automatische Benachrichtigungen
Wichtig ist, nur Informationen zu kommunizieren, die tatsächlich bekannt sind.
Statt eine genaue Wiederaufnahme des Betriebs zu versprechen, obwohl diese noch nicht absehbar ist, sollte transparent über den aktuellen Stand informiert werden.
Kritische IT-Systeme identifizieren
Ein wichtiger Bestandteil der Unwettervorbereitung ist die Frage:
Welche Systeme benötigen wir unbedingt, damit unser Unternehmen arbeitsfähig bleibt?
Nicht alle IT-Systeme haben dieselbe Priorität.
Geschäftskritisch können beispielsweise sein:
- Server
- Firewalls
- Internetverbindungen
- Netzwerk-Switches
- Telefonanlagen
- ERP- und CRM-Systeme
- Buchhaltungssoftware
- Cloud-Dienste
- Backup-Systeme
Diese Systeme sollten im Business Continuity Plan besonders berücksichtigt werden.
Unternehmen können anschließend festlegen, welche Systeme möglichst weiterlaufen müssen und welche bei einem Ausfall kontrolliert heruntergefahren werden können.
USV-Systeme gegen kurze Stromunterbrechungen
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) kann wichtige IT-Systeme bei kurzen Stromausfällen absichern.
Fällt die Stromversorgung aus, stellt die USV für eine begrenzte Zeit Energie aus ihren Batterien bereit.
Dadurch können beispielsweise Server, Storage-Systeme oder Netzwerkkomponenten kontrolliert heruntergefahren werden.
Wie lange eine USV tatsächlich überbrücken kann, hängt von ihrer Kapazität und den angeschlossenen Geräten ab.
USV-Systeme sollten deshalb passend zur vorhandenen Infrastruktur dimensioniert und regelmäßig überprüft werden.
Überspannung und Blitzschlag berücksichtigen
Gewitter können zusätzliche Risiken für elektronische Geräte darstellen.
Unternehmen sollten deshalb gemeinsam mit geeigneten Fachbetrieben prüfen, welche Maßnahmen zum Überspannungs- und Blitzschutz für Gebäude und technische Infrastruktur erforderlich sind.
Eine USV allein ersetzt dabei nicht automatisch ein umfassendes Schutzkonzept.
Besonders bei Servern, Netzwerkkomponenten und anderen geschäftskritischen Geräten sollte die Stromversorgung als Teil der gesamten IT-Risikoplanung betrachtet werden.
Backups vor Unwettern schützen
Ein Backup ist nur dann hilfreich, wenn es nach einem Schadensereignis noch verfügbar und wiederherstellbar ist.
Befinden sich Produktivsystem und sämtliche Sicherungen am selben Standort, kann beispielsweise ein Hochwasser oder Gebäudeschaden beide gleichzeitig betreffen.
Ein professionelles Backup-Konzept sollte deshalb berücksichtigen:
- welche Daten gesichert werden
- wie häufig Backups erstellt werden
- wo die Sicherungen gespeichert werden
- wie lange sie aufbewahrt werden
- wer darauf zugreifen kann
- wie schnell eine Wiederherstellung möglich ist
Zusätzlich sollten Wiederherstellungen regelmäßig getestet werden.
Denn ein vorhandenes Backup ist noch keine Garantie dafür, dass sich die benötigten Daten im Ernstfall tatsächlich erfolgreich wiederherstellen lassen.
Cloud-Lösungen als Teil der Business Continuity
Cloud-Dienste können dabei helfen, die Abhängigkeit von einem einzelnen Unternehmensstandort zu reduzieren.
Werden beispielsweise Dokumente oder Anwendungen über Cloud-Lösungen bereitgestellt, können Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen auch von anderen Standorten darauf zugreifen.
Allerdings sollte auch hier nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass die Cloud jedes Problem löst.
Mitarbeiter benötigen weiterhin:
- funktionierende Endgeräte
- Strom
- eine Internetverbindung
- gültige Zugangsdaten
- die notwendigen Berechtigungen
Cloud-Lösungen sind deshalb ein möglicher Baustein einer Business-Continuity-Strategie, ersetzen aber keine vollständige Notfallplanung.
Alternative Internetverbindungen einplanen
Bei einem Unwetter kann neben der Stromversorgung auch die Internetverbindung ausfallen.
Für Unternehmen, die stark von Cloud-Diensten, VoIP-Telefonie oder Online-Anwendungen abhängig sind, kann deshalb eine alternative Verbindung sinnvoll sein.
Je nach Anforderungen kann beispielsweise eine zusätzliche mobile Verbindung über 4G oder 5G als Ausweichlösung eingesetzt werden.
Ob eine solche Redundanz notwendig ist, sollte anhand der geschäftlichen Anforderungen entschieden werden.
Serverräume und IT-Infrastruktur schützen
Bei Starkregen oder Hochwasser spielt auch der physische Standort der IT eine Rolle.
Unternehmen sollten prüfen, ob wichtige technische Systeme in besonders gefährdeten Bereichen untergebracht sind.
Ein Server oder Netzwerkverteiler in einem Bereich, der bei Wassereintritt schnell betroffen wäre, kann ein vermeidbares Risiko darstellen.
Bei der Planung sollten deshalb nicht nur Cyberrisiken, sondern auch physische Gefahren berücksichtigt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Wasser
- Hitze
- Feuer
- Stromausfälle
- unzureichende Kühlung
- unbefugter Zutritt
Was gehört in einen Business Continuity Plan?
Ein Business Continuity Plan sollte beschreiben, wie ein Unternehmen bei größeren Störungen weiterarbeitet.
Für Unwetterszenarien können unter anderem folgende Fragen berücksichtigt werden:
- Welche Geschäftsprozesse sind besonders wichtig?
- Welche IT-Systeme werden dafür benötigt?
- Welche Mitarbeiter müssen erreichbar sein?
- Kann auf Homeoffice umgestellt werden?
- Wie werden Mitarbeiter informiert?
- Wie werden Kunden informiert?
- Was passiert bei Stromausfall?
- Was passiert bei Internetausfall?
- Wo befinden sich die Backups?
- Welche externen Dienstleister müssen kontaktiert werden?
- Wer entscheidet über die Wiederaufnahme des normalen Betriebs?
Der Plan sollte möglichst konkret sein und klare Verantwortlichkeiten enthalten.
Notfallpläne regelmäßig testen
Ein Business Continuity Plan sollte nicht nur erstellt und anschließend abgelegt werden.
Unternehmen sollten regelmäßig überprüfen, ob die vorgesehenen Maßnahmen tatsächlich funktionieren.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Remote-Zugänge testen
- Backup-Wiederherstellungen durchführen
- USV-Systeme kontrollieren
- Notfallkontakte überprüfen
- alternative Kommunikationswege testen
- Verantwortlichkeiten aktualisieren
- Wiederanlaufprozesse durchspielen
Besonders nach Änderungen an der IT-Infrastruktur, einem Standortwechsel oder der Einführung neuer Systeme sollte auch der Notfallplan überprüft werden.
Was tun, wenn ein Unwetter angekündigt wird?
Ist bereits bekannt, dass ein stärkeres Wetterereignis bevorsteht, können Unternehmen vorbereitende Maßnahmen treffen.
Dazu kann gehören, wichtige Mitarbeiter zu informieren, Remote-Arbeit vorzubereiten, Notfallkontakte zu kontrollieren und kritische Systeme zu überprüfen.
Auch aktuelle Backups sollten kontrolliert werden.
Bei möglichen Einschränkungen des Betriebs kann außerdem eine frühzeitige Information an Kunden und Geschäftspartner sinnvoll sein.
Dabei gilt: Je mehr organisatorische Fragen bereits vorher geklärt wurden, desto weniger Entscheidungen müssen unter Zeitdruck getroffen werden.
Was passiert nach dem Unwetter?
Auch nach Ende des Wetterereignisses sollte der normale Betrieb nicht ungeprüft wieder aufgenommen werden.
Je nach Situation sollten zunächst Gebäude, Stromversorgung und IT-Infrastruktur kontrolliert werden.
Bei der IT kann beispielsweise geprüft werden, ob:
- Server ordnungsgemäß funktionieren
- Netzwerk und Internet verfügbar sind
- wichtige Anwendungen erreichbar sind
- Backup-Systeme funktionieren
- keine Hardwarefehler vorliegen
- alle notwendigen Dienste verfügbar sind
Erst danach sollte schrittweise in den Normalbetrieb zurückgekehrt werden.
Fazit: Gute Vorbereitung schafft Handlungsfähigkeit
Unwetter lassen sich nicht verhindern. Ihre Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb können jedoch durch gute Vorbereitung deutlich reduziert werden.
Entscheidend ist eine Kombination aus klaren Verantwortlichkeiten, sicheren Remote-Arbeitsmöglichkeiten, zuverlässigen Backups, geschützter IT-Infrastruktur und einem getesteten Business Continuity Plan.
Unternehmen sollten dabei nicht nur den unmittelbaren Wetterschaden betrachten. Stromausfälle, Internetausfälle, Verkehrsprobleme und Ausfälle externer Dienstleister können genauso relevant sein.
Das Support Center 24 (SC24) unterstützt Unternehmen dabei, ihre IT-Infrastruktur auf Ausfälle vorzubereiten und geeignete Backup-, Business-Continuity- und Notfalllösungen zu entwickeln.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
1. Warum ist Unwettervorbereitung für Unternehmen wichtig?
Unwetter können Stromversorgung, Internet, Gebäude, Verkehrswege und damit wichtige Geschäftsprozesse beeinträchtigen. Ein Notfallplan hilft, schneller und strukturiert zu reagieren.
2. Wie kann Homeoffice bei einem Unwetter helfen?
Wenn sichere Remote-Zugänge und geeignete Endgeräte vorhanden sind, können bestimmte Mitarbeiter von einem anderen Standort weiterarbeiten.
3. Welche IT-Systeme sollten bei Unwettern besonders geschützt werden?
Vor allem geschäftskritische Systeme wie Server, Firewalls, Netzwerkkomponenten, Backup-Systeme und zentrale Unternehmensanwendungen.
4. Hilft eine USV bei einem Unwetter?
Eine USV kann kurze Stromunterbrechungen überbrücken und ermöglicht beispielsweise ein kontrolliertes Herunterfahren wichtiger IT-Systeme.
5. Warum sind externe Backups wichtig?
Wenn Produktivsysteme und sämtliche Backups am selben Standort liegen, könnten beide von demselben Schadensereignis betroffen sein.
6. Können Cloud-Lösungen bei einem Unwetter helfen?
Ja. Sie können den Zugriff auf Anwendungen und Daten von anderen Standorten ermöglichen. Dafür werden jedoch weiterhin Strom, Endgeräte und eine Internetverbindung benötigt.
7. Was sollte ein Unternehmen bei einer Unwetterwarnung tun?
Mitarbeiter informieren, Notfallkontakte und Remote-Zugänge prüfen, wichtige Backups kontrollieren und gegebenenfalls Kunden über mögliche Einschränkungen informieren.
8. Wie oft sollte ein Business Continuity Plan getestet werden?
Regelmäßig und insbesondere nach wesentlichen Änderungen an der IT-Infrastruktur oder den Geschäftsprozessen. Die Testintervalle sollten sich nach den jeweiligen Risiken und Anforderungen richten.