Bereits ein kurzer Stromausfall kann den Betriebsablauf eines Unternehmens erheblich beeinträchtigen. Computer schalten sich plötzlich aus, Netzwerkkomponenten sind nicht mehr erreichbar, Server können nicht ordnungsgemäß heruntergefahren werden und Mitarbeiter verlieren möglicherweise ihre aktuelle Arbeit.
Je stärker ein Unternehmen von seiner IT-Infrastruktur abhängig ist, desto größer können die Auswirkungen sein. Selbst wenn die Stromversorgung bereits nach wenigen Minuten wiederhergestellt ist, bedeutet das nicht automatisch, dass sofort weitergearbeitet werden kann. Server, Firewalls, Switches, Internetverbindungen und andere Systeme müssen möglicherweise neu gestartet und anschließend überprüft werden.
Deshalb sollten Stromausfälle Bestandteil eines durchdachten Business-Continuity- und Notfallkonzepts sein. Ziel ist es nicht, jeden Ausfall vollständig zu verhindern, sondern wichtige Systeme zu schützen und den Betrieb möglichst schnell wiederherstellen zu können.
Warum Stromausfälle für Unternehmen ein Risiko darstellen
Ein Stromausfall kann grundsätzlich jedes Unternehmen treffen. Ursachen können beispielsweise Störungen im Stromnetz, Unwetter, technische Defekte, Bauarbeiten oder Probleme innerhalb der eigenen Elektroinstallation sein.
Auch sehr kurze Unterbrechungen oder Spannungsschwankungen können problematisch sein. IT-Systeme benötigen eine stabile Stromversorgung. Wird diese plötzlich unterbrochen, können laufende Prozesse abbrechen oder Geräte unerwartet herunterfahren.
Besonders relevant ist das bei Systemen wie:
- Servern und Storage-Systemen
- Firewalls und Routern
- Netzwerk-Switches
- Telefonanlagen
- Arbeitsplatz-PCs
- NAS-Systemen
- Zutritts- und Sicherheitssystemen
- Produktions- und Steuerungssystemen
Unternehmen sollten deshalb wissen, welche Systeme für ihren täglichen Betrieb besonders wichtig sind und wie lange diese bei einem Stromausfall verfügbar bleiben müssen.
Welche Folgen kann ein Stromausfall haben?
Die offensichtlichste Folge ist zunächst die Arbeitsunterbrechung. Ohne Strom funktionieren Arbeitsplatz-PCs, Monitore und viele andere Geräte nicht mehr.
Die tatsächlichen Auswirkungen können jedoch deutlich darüber hinausgehen.
Arbeits- und Produktivitätsausfälle
Können Mitarbeiter nicht auf ihre Systeme zugreifen, stehen zahlreiche Arbeitsprozesse still. Besonders problematisch wird das, wenn zentrale Server oder Netzwerkkomponenten betroffen sind.
Auch nachdem der Strom zurückgekehrt ist, kann zusätzliche Zeit erforderlich sein, bis alle Systeme wieder vollständig verfügbar sind.
Datenverlust
Werden Computer oder Server ohne kontrolliertes Herunterfahren ausgeschaltet, können noch nicht gespeicherte Daten verloren gehen.
Je nach System können außerdem laufende Schreibvorgänge unterbrochen werden. Deshalb sind regelmäßige Backups und geeignete Schutzmaßnahmen ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge.
Schäden an IT-Systemen
Nicht nur der eigentliche Stromausfall kann problematisch sein. Auch Spannungsschwankungen oder Probleme bei der Wiederherstellung der Stromversorgung können empfindliche elektronische Komponenten belasten.
Server, Storage-Systeme und Netzwerkkomponenten sollten deshalb entsprechend abgesichert werden.
Unterbrechung der Kommunikation
Fällt die lokale IT-Infrastruktur aus, können unter Umständen auch Telefonie, E-Mail-Zugriff oder andere Kommunikationswege beeinträchtigt sein.
Gerade im Notfall muss deshalb klar sein, wie Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner weiterhin erreicht werden können.
Umsatz- und Reputationsverluste
Wenn Bestellungen nicht bearbeitet, Kunden nicht betreut oder Dienstleistungen nicht erbracht werden können, kann ein Stromausfall auch wirtschaftliche Folgen haben.
Wie hoch diese ausfallen, hängt stark von der Branche, der Dauer des Ausfalls und der Abhängigkeit von der IT ab.
Welche Systeme müssen zuerst geschützt werden?
Nicht jedes Gerät benötigt während eines Stromausfalls dieselbe Priorität.
Unternehmen sollten deshalb zunächst festlegen, welche Systeme für den Betrieb besonders kritisch sind.
Dazu können beispielsweise gehören:
- zentrale Server
- Firewalls
- Internet-Router
- wichtige Netzwerk-Switches
- Telefonanlagen
- Storage- und Backup-Systeme
- geschäftskritische Arbeitsplätze
- Produktionssysteme
Anschließend kann entschieden werden, welche Systeme lediglich sicher heruntergefahren werden müssen und welche möglichst unterbrechungsfrei weiterlaufen sollen.
Diese Priorisierung ist eine wichtige Grundlage für die Dimensionierung von USV-Systemen und anderen Notfalllösungen.
USV: Schutz bei kurzen Stromausfällen
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) gehört zu den wichtigsten Maßnahmen zum Schutz kritischer IT-Systeme.
Bei einem Stromausfall stellt die USV kurzfristig Energie aus ihren Batterien bereit. Dadurch können angeschlossene Systeme entweder für eine gewisse Zeit weiterbetrieben oder kontrolliert heruntergefahren werden.
Das ist insbesondere für Server, Storage-Systeme, Firewalls und wichtige Netzwerkkomponenten sinnvoll.
Wie lange eine USV Strom liefern kann, hängt unter anderem von ihrer Kapazität und der angeschlossenen Last ab. Deshalb sollte eine USV immer passend zu den tatsächlich angeschlossenen Systemen dimensioniert werden.
Eine USV ist dabei nicht dafür gedacht, ein gesamtes Unternehmen über viele Stunden mit Strom zu versorgen. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, kurze Unterbrechungen zu überbrücken und kritischen Systemen ein kontrolliertes Herunterfahren zu ermöglichen.
USV-Systeme regelmäßig warten und testen
Eine vorhandene USV bietet nur dann zuverlässigen Schutz, wenn sie im Ernstfall tatsächlich funktioniert.
Die verbauten Batterien verlieren mit der Zeit an Kapazität und müssen gegebenenfalls ersetzt werden. Unternehmen sollten deshalb den Zustand ihrer USV-Systeme regelmäßig kontrollieren.
Dabei sollten unter anderem folgende Punkte überprüft werden:
- Batteriezustand
- verbleibende Laufzeit
- angeschlossene Geräte
- tatsächliche Leistungsaufnahme
- Warnmeldungen
- automatische Abschaltmechanismen
- Alter der Batterien
Auch Änderungen an der IT-Infrastruktur müssen berücksichtigt werden. Werden beispielsweise zusätzliche Server angeschlossen, kann eine ursprünglich ausreichend dimensionierte USV möglicherweise nicht mehr genügend Leistung bereitstellen.
Generatoren für längere Stromausfälle
Während eine USV vor allem kurze Unterbrechungen überbrückt, können bei längeren Stromausfällen zusätzliche Lösungen notwendig sein.
Für Unternehmen mit besonders kritischen Systemen kann beispielsweise eine geeignete Notstromversorgung durch einen Generator sinnvoll sein.
Ob sich eine solche Investition lohnt, hängt stark von den betrieblichen Anforderungen ab. Ein Unternehmen, das bei einem mehrstündigen Stromausfall weiterarbeiten muss, hat andere Anforderungen als ein Büro, dessen Systeme kontrolliert heruntergefahren werden können.
Wichtig ist deshalb zunächst eine Analyse:
Welche Systeme müssen wie lange verfügbar bleiben?
Erst danach sollte entschieden werden, welche technische Lösung sinnvoll ist.
Backups schützen vor Datenverlust
Eine USV schützt vor bestimmten Folgen eines Stromausfalls, ersetzt aber kein Backup.
Unternehmensdaten sollten unabhängig davon regelmäßig gesichert werden. Fällt beispielsweise Hardware aus oder werden Daten während einer Störung beschädigt, muss eine Wiederherstellung möglich sein.
Ein professionelles Backup-Konzept sollte berücksichtigen:
- welche Daten geschäftskritisch sind
- wie häufig diese gesichert werden
- wo die Backups gespeichert werden
- wie lange Sicherungen aufbewahrt werden
- wie schnell Daten wiederhergestellt werden müssen
- ob die Wiederherstellung regelmäßig getestet wird
Gerade im Zusammenhang mit Business Continuity sind Backup und Disaster Recovery wichtige Bestandteile der Vorsorge.
Cloud-Lösungen können die Ausfallsicherheit verbessern
Cloud-Lösungen können Unternehmen zusätzliche Flexibilität bieten.
Werden beispielsweise Dokumente und Anwendungen über Microsoft 365 oder andere Cloud-Dienste bereitgestellt, befinden sich wichtige Daten und Dienste nicht ausschließlich auf der lokalen Infrastruktur des Unternehmens.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Mitarbeiter während eines lokalen Stromausfalls problemlos weiterarbeiten können. Auch Endgeräte und Internetzugang benötigen weiterhin Energie und eine funktionierende Verbindung.
Mit Notebooks, mobilen Geräten oder alternativen Internetverbindungen kann es jedoch möglich sein, bestimmte Arbeitsprozesse an einem anderen Standort fortzusetzen.
Cloud-Dienste können deshalb ein Bestandteil einer umfassenden Business-Continuity-Strategie sein.
Internetverbindung beim Stromausfall berücksichtigen
Ein Punkt, der häufig vergessen wird: Auch wenn Notebooks über Akkus verfügen, bedeutet das nicht automatisch, dass die Internetverbindung weiterhin funktioniert.
Router, Firewalls, Switches und WLAN Access Points benötigen ebenfalls Strom.
Wenn Mitarbeiter während eines kurzen Stromausfalls weiterhin auf Cloud-Dienste zugreifen sollen, müssen deshalb auch die notwendigen Netzwerkkomponenten berücksichtigt werden.
Alternativ können mobile Verbindungen über 4G oder 5G als zusätzliche Ausweichmöglichkeit dienen. Ob das sinnvoll ist, hängt von den Anforderungen und der vorhandenen Infrastruktur ab.
Business-Continuity-Plan für Stromausfälle erstellen
Technische Lösungen allein reichen nicht aus. Mitarbeiter sollten wissen, was im Ernstfall zu tun ist.
Ein Business-Continuity-Plan kann beispielsweise festlegen:
- Wer ist für die IT-Systeme verantwortlich?
- Welche Geräte müssen zuerst überprüft werden?
- Welche Systeme dürfen nicht manuell neu gestartet werden?
- Wie werden Mitarbeiter informiert?
- Wie werden Kunden bei längeren Ausfällen verständigt?
- Welche alternativen Kommunikationswege gibt es?
- Wo befinden sich wichtige Notfallinformationen?
- Wie erfolgt die Wiederaufnahme des Betriebs?
Klare Verantwortlichkeiten verhindern, dass während eines Ausfalls mehrere Personen unkoordiniert handeln.
Was tun, wenn der Strom wieder da ist?
Nach einem Stromausfall sollten nicht einfach sämtliche Systeme gleichzeitig wieder eingeschaltet werden.
Bei komplexeren IT-Umgebungen kann eine definierte Reihenfolge sinnvoll sein.
Zunächst sollten beispielsweise zentrale Netzwerk- und Infrastrukturkomponenten verfügbar sein, bevor Server und Arbeitsplatzsysteme gestartet werden.
Anschließend sollte kontrolliert werden, ob:
- Server ordnungsgemäß gestartet sind
- Netzwerk und Internet funktionieren
- zentrale Anwendungen erreichbar sind
- Backup-Systeme funktionieren
- keine Hardwarefehler gemeldet werden
- wichtige Dienste wieder verfügbar sind
Damit lässt sich verhindern, dass unbemerkte Probleme nach dem eigentlichen Stromausfall bestehen bleiben.
Testen Sie Ihre Ausfallpläne regelmäßig
Ein Notfallplan hilft nur, wenn er im Ernstfall tatsächlich funktioniert.
Unternehmen sollten deshalb ihre technischen und organisatorischen Maßnahmen regelmäßig überprüfen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Funktionsprüfung der USV-Systeme
- Kontrolle der Batterien
- Tests der Backup-Wiederherstellung
- Überprüfung von Notfallkontakten
- Kontrolle alternativer Kommunikationswege
- Prüfung der Verantwortlichkeiten
- Tests kritischer Wiederherstellungsprozesse
Wie häufig einzelne Systeme geprüft werden sollten, hängt von ihrer Bedeutung, den Herstellerangaben und den betrieblichen Anforderungen ab.
Besonders nach größeren Änderungen an der IT-Infrastruktur sollte auch der bestehende Notfallplan aktualisiert werden.
Stromausfall als Teil von Disaster Recovery
Ein Stromausfall ist nur eines von mehreren möglichen Szenarien, die zu einem IT-Ausfall führen können.
Auch Hardwaredefekte, Cyberangriffe, menschliche Fehler oder Netzwerkprobleme können wichtige Systeme beeinträchtigen.
Deshalb sollte die Vorbereitung auf Stromausfälle Teil eines umfassenderen Disaster-Recovery- und Business-Continuity-Konzepts sein.
Unternehmen sollten dabei nicht nur überlegen, wie ein Ausfall verhindert werden kann, sondern insbesondere:
Wie schnell können wir nach einem Ausfall wieder arbeitsfähig sein?
Diese Frage hilft dabei, die richtigen Prioritäten für Backups, USV-Systeme, Cloud-Dienste und andere Schutzmaßnahmen festzulegen.
Fazit: Vorbereitung reduziert die Folgen eines Stromausfalls
Stromausfälle lassen sich nicht vollständig verhindern. Unternehmen können jedoch erheblich beeinflussen, welche Auswirkungen eine Unterbrechung auf ihre IT und den laufenden Betrieb hat.
Eine Kombination aus USV-Systemen, regelmäßigen Backups, geeigneten Cloud-Lösungen, klaren Notfallprozessen und getesteten Wiederherstellungsplänen schafft eine deutlich bessere Ausgangslage.
Besonders wichtig ist es, geschäftskritische Systeme zu identifizieren und festzulegen, welche davon bei einem Stromausfall weiterlaufen müssen und welche kontrolliert heruntergefahren werden können.
Das Support Center 24 unterstützt Unternehmen bei der Planung einer zuverlässigen IT-Infrastruktur sowie bei Backup-, Notfall- und Business-Continuity-Lösungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
1. Warum sind Stromausfälle für Unternehmen gefährlich?
Stromausfälle können Arbeitsprozesse unterbrechen, IT-Systeme unerwartet herunterfahren und im ungünstigen Fall zu Datenverlust oder längeren Betriebsunterbrechungen führen.
2. Wie können Unternehmen ihre IT auf Stromausfälle vorbereiten?
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören geeignete USV-Systeme, regelmäßige Backups, Notfallpläne und eine klare Priorisierung geschäftskritischer Systeme.
3. Was ist eine USV?
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung stellt bei einem Stromausfall kurzfristig Energie aus einer Batterie bereit. Dadurch können Systeme weiterbetrieben oder kontrolliert heruntergefahren werden.
4. Wie lange hält eine USV bei einem Stromausfall?
Das hängt von der Kapazität der USV und der Leistungsaufnahme der angeschlossenen Geräte ab. Deshalb sollte die Anlage individuell dimensioniert werden.
5. Ersetzt eine USV ein Backup?
Nein. Eine USV schützt vor bestimmten Folgen einer Stromunterbrechung. Ein Backup dient dagegen dazu, Daten nach einem Verlust oder einer Beschädigung wiederherstellen zu können.
6. Können Cloud-Lösungen bei einem Stromausfall helfen?
Ja, Cloud-Dienste können den Zugriff auf Daten und Anwendungen von anderen Standorten ermöglichen. Dafür benötigen Mitarbeiter jedoch weiterhin ein funktionsfähiges Endgerät und eine Internetverbindung.
7. Was sollte nach einem Stromausfall überprüft werden?
Unternehmen sollten kontrollieren, ob Server, Netzwerk, Internet, Anwendungen und Backup-Systeme ordnungsgemäß funktionieren und keine Hardwarefehler aufgetreten sind.
8. Wie oft sollte ein Notfallplan getestet werden?
Das hängt von der jeweiligen Infrastruktur und den betrieblichen Anforderungen ab. Wichtig ist eine regelmäßige Prüfung sowie eine Aktualisierung nach größeren technischen Veränderungen.